(c) Hubert Gatzweiler

Weltjugendtag: Zu Gast als Freunde und Geschwister

  • 01.02.19 10:47
  • Hubert Gatzweiler
  •   Kurz und Knapp

Zwei Wochen Weltjugendtag liegen hinter mir. Weltjugendtage sind an sich schon etwas besonderes aber dann noch in Panama, daraus wird eine Mischung von unvergesslichen Momenten und Erlebnissen. Die Anreise dauerte von Tür zu Tür zwei volle Tage. Dementsprechend kam ich müde und erschöpft morgens um viertel nach zwei in David an. Ich hoffte schnell und leise meiner Gastfamilie zugeteilt zu werden, doch als wir an der Gemeinde ankamen schallte uns fröhliche und laute Musik entgegen. Diese sollte uns auch in den nächsten Wochen stets begleiten. Als ich nach einigen Liedern und den ersten Hüftschwüngen mit meiner Gastfamilie nach Hause ging war ich sehr gespannt was mich dort erwartet. Ich war in einer eher ärmeren Familie untergekommen. Es gab in dem Haus drei Zimmer, ein Schlafzimmer für die Eltern und zwei Kinder im Alter von 21 und 16 Jahren. Einen dunklen Raum, in dem ein Teil durch Bretter abgetrennt war, in dem die 23-jährige Tochter schlief. Dazu wurde der Raum als Küche, Esszimmer und Werkstatt verwendet. Für Daniel und mich waren zwei Luftmatratzen im Eingangsbereich hergerichtet, von dem ich später erfuhr, dass er auch als Wohnzimmer diente. In dem Haus lebten zusätzlich noch vier Katzen, ein Hund und ein Vogel.

Herzlichkeit und Offenheit erlebt

 Trotz der ärmlichen Verhältnisse sollte ich in der nächste Woche eine herzliche Aufnahme und Gastfreundschaft erleben, wie ich es bis dahin nicht kannte. Der Sohn hatte am nächsten Tag ein Auto organisiert, mit dem mich sein Freund nach Boquete fuhr. Dies ist ein Ort an dem das Klima sehr gut zu ertragen ist und wo angeblich der beste Kaffee und die besten Pferde Panamas herkommen. So ging es die ganze Woche weiter. Wir bekamen Geschenke uns wurde das Land gezeigt und eine tiefe echte Freude entgegen gebracht. Leider hat diese Herzlichkeit mit jeder weiteren Station ein wenig abgenommen. In Panama waren die Leute auch sehr herzlich, doch man hat auch gemerkt, dass man in einer Großstadt ist, in der so manches Zwischenmenschliche verloren geht. Die Tage des Weltjugendtags in Panama habe ich sehr genossen und die typische Stimmung zwischen Liedern, Fahnen und vielen fröhlichen Gruppen einfach aufgesogen. Meine Gastfamilie in Panama war etwas wohlhabender. Sie wohnte in einem Viertel zwischen zwei Bergen, in dem gefühlt drei Familien lebten. Beeindruckend war hier, dass man sich am Abend vor der Haustüre mit Verwandten aller Generationen traf, laute Musik hörte und dazu Domino spielte. Seit einigen Jahren baut dieses Viertel ihre eigene Kirche mit den eigenen Möglichkeiten und Mitteln. Das war sehr beeindruckend. Sowohl in Panama als auch in David war der Abschied mit starken Emotionen verbunden. Die Panameños hatten uns ihre Herzen geöffnet und wir durften zu Gast sein als Söhne, Töchter und Geschwister. Zum Schluss möchte ich Danke sagen, denjenigen die diese Reise ermöglicht und organisiert haben, den Gruppenkoordinatoren und dem Erzbistum Köln, vertreten durch unseren Diözesanjugendseelsorger.​

AdventsZeit 2018 (c) Robert Boecker

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