(c) Yvonne Dömling

Familie vor Karriere

  • 09.07.18 15:25
  • Yvonne Dömling
  •   Kurz und Knapp

Vor ungefähr vier Jahren lernten mein Ehemann und ich uns auf einem Musikfestival – Key to life – in Marchegg (Österreich) kennen. Auch wenn wir nur wenige Stunden miteinander verbracht hatten, hatten wir beide von Anfang an das Gefühl, dass wir füreinander bestimmt waren. Eine große Herausforderung war, dass Josef in Bayern wohnte und kurz davor stand, ein duales Studium zu beginnen und nach Bonn umzuziehen – also statt 500, 1.000 Kilometer Entfernung zu Wien, wo ich beheimatet war und mein letztes Schuljahr vor dem Abitur zu bewältigen hatte. Trotzdem begannen wir nach dem Key to life Festival regelmäßig miteinander zu schreiben und zu telefonieren. Nach ungefähr drei Wochen beschlossen wir, uns für ein Wochenende in München zu treffen. Danach stand für uns beide fest, dass wir trotz der äußeren Umstände eine Beziehung miteinander eingehen wollen. Eine Fernbeziehung zu führen, obwohl wir uns gerade erst kennengelernt hatten, war nicht immer einfach. Im Nachhinein aber merkten wir, dass es das Beste war, was unserer Beziehung passieren konnte, denn wir telefonierten fast jeden Abend stundenlang miteinander und lernten uns durch die unzähligen Gespräche sehr gut kennen.

Heiratsantrag und mehr

 (c) Yvonne Dömling

Je mehr die Zeit verging, desto klarer wurde uns, dass wir unser Leben miteinander verbringen wollen. So machte mir Josef nach circa einem Jahr einen Heiratsantrag und ich sagte aus tiefstem Herzen und vollster Überzeugung, dass es das Richtige war – Ja. Nach meinem Abi zog ich schließlich nach Düsseldorf und begann ein Freiwilliges Soziales Jahr. Josef und ich sahen uns nun öfters und fingen an, uns auf die Hochzeit vorzubereiten. Von Anfang an war für uns beide klar, dass wir erst nach der Hochzeit zusammenziehen wollen.

Unser Verlobungsjahr und die Vorbereitung auf unsere Hochzeit ermutigten uns weiterhin, dass wir heiraten sollten. Die Zeit verging schnell und nach einem weiteren Jahr war es dann so weit: Im Sommer 2016, nachdem wir nun zwei Jahre zusammen waren, gaben wir uns das Ja-Wort. Nach unserer Hochzeit zogen wir zusammen und wenige Wochen später wurde ich schwanger. Auch wenn wir Respekt vor dieser großen Aufgabe hatten, hätte unsere Freude größer nicht sein können, dass wir bald ein Baby bekommen würden.

Kind und Beruf? Das geht!

Aufgrund der Schwangerschaft beschloss ich mein duales Studium einige Jahre nach hinten zu verschieben. Meinem Mann und mir ist es in erster Linie wichtig, dass ich die ersten drei Jahre bei unserem Sohn zuhause bleibe. Ich arbeite aber dennoch von zuhause aus geringfügig. Bevor ich aber berufstechnisch richtig loslege wünschen mein Mann und ich uns ohnehin noch mehr Nachwuchs. Da ich noch sehr jung bin, fühle ich mich diesbezüglich auch gar nicht unter Druck gesetzt. Mein Ehemann und ich sind überglücklich, dass wir diesen Schritt so früh gewagt haben. Und entgegen der häufigen Meinung, dass mit einem Kind der Spaß des Lebens vorbei ist, haben wir die Erfahrung gemacht, dass Alexander unser Leben sehr bereichert.

AdventsZeit 2018 (c) Robert Boecker

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