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„Alle sind berufen“

  • 22.01.19 14:45
  • Lars Schäfers
  •   Im Auftrag des Herrn

Jeder Mensch ist zum Apostolat gerufen. Es ist ein Verdienst des Zweiten Vatikanischen Konzils, diese Sendung des ganzen Gottesvolkes neu herausgestellt zu haben. Papst Johannes XXIII., dem das Apostolat aller besonders am Herzen lag, sprach den römischen Priester Vinzenz Pallotti (1795-1850) am 20. Januar 1963 während des Konzils heilig.  Auf ihn gehen gleich mehrere Gründungen zurück. Zu seinen Lebzeiten errichtete er 1835 die Vereinigung des Katholischen Apostolates (UAC) sowie die Gliedgemeinschaften der Pallottinerinnen und der Pallottiner. Ursula Knoch, Einzelmitglied der UAC, beschreibt die Vision Pallottis  gemäß dem Statut der UAC  folgendermaßen: „Gott, die unendliche Liebe und Barmherzigkeit, hat jeden Menschen als sein Ebenbild geschaffen und mit vielfältigen Gaben ausgestattet. Die göttliche Liebe ist dem Wesen des Menschen eingeprägt. Sie drängt, berechtigt, ja verpflichtet jeden, mit Gott und den Schwestern und Brüdern im Apostolat zum Heil der Welt zusammenzuwirken.“

Miteinander im Vertrauen wirken

Pallotti lud ausdrücklich alle Menschen zum Apostolat ein. Eine Besonderheit ist es nach Knoch daher, dass in der UAC nicht nur Laien wie Priester, Männer wie Frauen, sondern auch Christen anderer Konfessionen, Gottesgläubige aus anderen Religionen und Menschen guten Willens, auch wenn sie nicht Mitglieder werden können, dennoch eingeladen sind mitzuarbeiten, wenn sie die pallottinische Spiritualität anspricht. Es geht dabei um die Nachfolge Jesu Christi, des „Apostels des ewigen Vaters“. Die Gottesmutter Maria wird als die „Königin der Apostel“ verehrt und ist die Patronin der Vereinigung. „Sie empfing im Zönakulum, dem Abendmahlssaal, gemeinsam mit den zwölf Aposteln und den anderen Frauen den Heiligen Geist. Darum sind die Treffen jeglicher pallottinischen Gruppen immer auch Zönakeltreffen im Vertrauen auf den Beistand des Heiligen Geistes. Dieses Miteinander im Geist des Zönakulums ist ein Aspekt unserer Art, Kirche zu sein“, führt Ursula Knoch aus.

Kleine Gemeinschaft, starker Geist

Die UAC ist ein Netz von Gemeinschaften und von Einzelmitgliedern. Verbindliche Formen des religiösen Lebens werden von den einzelnen Gliedgemeinschaften in eigenen Statuten geregelt, während Einzelmitglieder ihr geistliches Leben eigenverantwortlich gestalten. Wie Letztere sich in die Vereinigung einbringen, sei es in der pastoralen oder missionarischen Tätigkeit, im Gebet oder durch finanzielle und materielle Gaben, ist jedem selbst überlassen. Im Erzbistum Köln ist die UAC recht klein: Neben Ursula Knoch leben hier derzeit „13 Pallottinerinnen, neun Pallottiner, elf Mitglieder verschiedener Gliedgemeinschaften und drei Einzelmitglieder.“ Dieses Apostolat im Kleinen kann sich indes eingebunden wissen in die große, weltweite Gemeinschaft all derer, die ihr Wirken in Kirche und Gesellschaft nach dem Vorbild Vinzenz Pallottis in der Vereinigung des Katholischen Apostolates gestalten.

AdventsZeit 2018 (c) Robert Boecker

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