Peter und Paul: Das Hochfest für die Apostelfürsten Petrus und Paulus

Die katholische Kirche bezeichnet Petrus und Paulus aufgrund ihrer herausragenden Stellung als Apostelfürsten. Der 29. Juni als Gedenktag geht nicht auf die Todestage, sondern auf die Ankunft ihrer Reliquien in Rom zurück.

27. Juni 2018

Das älteste Zeugnis des Hochfestes Peter und Paul stammt aus dem Jahr 354. Konstantinopel übernahm den 29. Juni als Datum im 6. Jahrhundert. In Jerusalem feierte die Urgemeinde das Apostelpaar im 5. Jahrhundert am 28. Dezember.

Die orthodoxe Kirche begeht eine Woche nach Pfingsten bis zum Vortag des Hochfestes Peter und Paul das sogenannte "Apostelfasten". Verzichtet wird auf Fleisch, Milchprodukte und Eier.

Simon Petrus: Jesus-Leugner und erster Papst

Simon Petrus ist in der Bibel eine zutiefst ambivalente Person. Er ist einer der ersten Jünger Jesu und bekennt ihn als "Christus, Sohn des lebendigen Gottes" (Mt 16, 16).

Jesus übergibt ihm in der Folge die Schlüssel des Himmels und bezeichnet Petrus als Fels der Kirche: "[…] Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelsreichs geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein." (Mt 16, 18-19)

Die Rolle Petri bei Passion und Auferstehung

In der Leidensgeschichte Jesu spielt Petrus hingegen eine traurige Rolle: Nach dem letzten Abendmahl sagt ihm Jesus voraus, er werde ihn drei Mal verleugnen. Bei der Gefangennahme Jesu erfüllt sich diese Vorhersage und Petrus leugnet drei Mal, Jesus zu kennen.

Die Evangelien nennen Petrus als einen der ersten Zeugen der Auferstehung. Nach dem Pfingstereignis zieht Petrus mit den übrigen Jüngern aus.

In Rom erlitt er der Überlieferung nach den Märtyrertod durch Kreuzigung. Er ließ sich mit dem Kopf nach unten kreuzigen, weil er es nicht wert war, wie Christus gekreuzigt zu werden.

Vom Saulus zum Paulus: Vom Christenverfolger zum Apostelfürsten

Paulus von Tarsus, war ein Verfolger der Urchristen. Aus seinen Briefen geht hervor, dass er den christlichen Glauben und das Leben der frühen Christen zerstören wolle. Paulus ist Jesus selbst nie begegnet.

Bekehrung und Rolle als „Völkerapostel“

Um das Jahr 33 wurde er durch Christus selbst in einer Vision bekehrt. Die Apostelgeschichte berichtet, wie ihn auf dem Weg nach Damaskus ein himmlisches Licht erleuchtet und blind werden lässt (Apg 9, 1–18). Jesus führt ihn nach Damaskus, wo sich Paulus taufen lässt. Christus erwählte ihn zum Missionar der Völker. Diesem Auftrag kam er nach und besuchte die christliche Gemeinde in Jerusalem und verkündete das Evangelium.

Paulus, auch Völkerapostel genannt, gründete urchristliche Gemeinden im ganzen Mittelmeerraum. Durch die bekannten Paulusbriefe blieb er mit ihnen in Kontakt.

Sein Attribut ist das Schwert. Weil Paulus römischer Bürger war, wurde er nicht gekreuzigt, sondern mit dem Schwert hingerichtet. Sein Martyrium soll er im Jahr 64 erlitten haben.

Über seinem Grab wurde die römische Basilika Sankt Paul vor den Mauern in Rom.

Peter und Paul 1943: Ein Trauriger Gedenktag für die Stadt Köln

Vor 75 Jahren, am 29. Juni 1943, warfen 600 Maschinen der Royals Air Force mehr als 800 Tonnen Sprengstoff über Köln ab. 25 000 Phosphatbrandbomben und 275 000 Stabbrandbomben verwandelten die Stadt am Rhein in ein Flammenmeer. Allein bei diesem schweren Angriff am 29. Juni 1943 starben 4.377 Menschen, 230.000 wurden obdachlos.

Seit 1940 war Köln das Ziel alliierter Bomber. Bereits am 30. und 31. Mai 1942 gab es den berüchtigten "1.000-Bomber-Angriff". Er kostete 469 Menschen das Leben und machte Zehntausende obdachlos.