Johannes Nepomuk – der Brückenheilige

Facts zum Hl. Johannes Nepomuk

  • Geboren um 1350 in Pomuk bei Pilsen (im heutigen Tschechien)
  • Priester und Jurist sowie von 1389 Generalvikar des Prager Erzbischofs
  • 1393 an Stelle des Erzbischofs von König Wenzel IV. wegen Machtquerelen verhaftet und gefoltert
  • am 20. März 1393 auf Geheiß des Königs von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt
  • 1729 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen
  • Namenstag: 16. Mai
  • Darstellung: oft mit fünf Flammen bzw. Sternenkranz um den Kopf sowie Zeigefinger vor dem Mund als Zeichen der Verschwiegenheit

Johannes Nepomuk lebte von etwa 1350 bis 1393. Er starb, indem er als Bestrafung von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt und ertränkt wurde. Als Brückenheiliger steht seine Statue auf vielen Brücken Europas.

18. April 2019
Nepomukbrücke in der Bedburger Innenstadt (Auto- und Fußgängerbrücke über die Erft)

Leben und Wirken von Johannes Nepomuk

Johannes Nepomuk wurde 1350 in Pomuk bei Pilsen geboren. Bereits 1369 gehörte er als Notar und Sekretär zum Gefolge des Erzbischofes. Im Jahre 1380 erhielt Nepomuk die Priesterweihe und studierte danach Jura mit abschließendem Examen in Prag. Er wechselte an die Universität Padua und erlangte dort 1387 das Doktorat des Kirchenrechtes.

Im Jahr 1389 berief ihn der Prager Erzbischof Johann von Jenstein als Generalvikar zu sich. Im Laufe der nächsten zwei Jahre spitzten sich die machtpolitischen Auseinandersetzungen zwischen dem böhmischen König Wenzel IV. und dem Erzbischof Johann von Jenstein zu. Im Wesentlichen ging es um die Ernennung von Bischöfen und die Übertragung von kirchlichen Ämtern in Böhmen. Der König versuchte das Erzbistum Prag durch ein neu zu errichtendes Bistum Kladrau zu verkleinern und die Macht des Erzbischofs zu verringern. Als der Erzbischof dem König bei der Ernennung des Bischofs für das Bistum Kladrau zuvorkam, wurde der König düpiert. Da der Erzbischof flüchtete, wurde Johannes Nepomuk als ranghöchster verbliebener Kleriker vom König zunächst verhaftet, gefoltert und danach zur Bestrafung von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt und ertränkt.

Legenden

Die Nepomuklegende entstand vermutlich im Zuge der Rekatholisierungsbemühungen im 16./17. Jahrhundert in Böhmen. Zeitgleich mit Nepomuk wirkte dort der Reformator Jan Hus. Er war tatsächlich der Beichtvater der zweiten Ehefrau von König Wenzel IV. Die Legende vertauschte die beiden Geistlichen. Nepomuk wurde als Beichtvater der Königin genannt und von der Brücke gestürzt, angeblich weil er dem eifersüchtigen König die Beichten der Königin nicht verriet.

Einer weiteren Legende nach wurde die Leiche des Nepomuk im Wasser mit fünf Flammen gesäumt, während eine andere Legende besagt, dass die Moldau austrocknete und der Leib des Toten so geborgen werden konnte.

Patronate

Seit dieser Zeit gilt Nepomuk als Schutzpatron von Böhmen, Bayern, Salzburg, Seckau, Corregio, Prag, Banat und Santander sowie der Brücken, Schiffer, Flößer und Müller und er soll auch gegen Wassergefahren helfen. Noch bekannter ist er aber als Patron des Beichtgeheimnisses, der Beichtväter und der Verschwiegenheit.

Nepomuk als Patron der Schiffer und Flößer

Auch als Schiffsname eignet sich Nepomuk. Kapitän der Johann von Nepomuk ist Albrecht Zöller. Er erklärt, warum er als Atheist dennoch diesen Namen für sein Schiff gewählt hat:

"Den Namen haben wir tatsächlich für unser Schiff genommen, da es der Schutzpatron der Schiffer und Flößer ist. Das ist jetzt über 30 Jahre her. Ich muss gestehen, ich bin Atheist und der Name steht noch auf dem Schiff da es darunter bekannt ist und Johannes von Nepomuk eine beeindruckende Persönlichkeit war.

Ich bin in einem katholischen Knabenheim erzogen worden und habe drei Söhne. Die Schifffahrt wird in meiner Familie momentan in der 6. Generation ausgeübt. Es hatte in meiner Familie Tradition Heiligennamen zu verwenden, da gab es St. Josef, St. Georg, St. Burkard. Das Holzschiff meines Ururgroßvaters Franz Michel Zöller hieß St. Josef.

Als Namenspatron hat mir der Nepomuk Glück gebracht. Die Rechtschaffenheit und Standhaftigkeit des Johannes von Nepomuk hat mich überzeugt, den Namen zu behalten."

Die Johann von Nepomuk fährt über den Rhein, Main, Main-Donau-Kanal und die Donau von Rotterdam bis nach Ungarn. Die Ladung beträgt an die 3000 Tonnen, in der Regel Erze, Kohle, Getreide oder Kunstdünger. Ihr Heimathafen liegt in Thüngen am Main.

Autorin: Kirsten Packmohr