2. Februar: Mariä Lichtmess oder Darstellung des Herrn

40 Tage nach Weihnachten feiert die katholische Kirche das Hochfest "Darstellung des Herrn". Im Volksmund ist das Fest besser bekannt als „Mariä Lichtmess“. Wir erklären den Hintergrund, sowie Sitten, Bräuche und Bauernregeln.

20. Januar 2020

An Mariä Lichtmess werden Kerzen gesegnet

„Darstellung des Herrn“ war ursprünglich ein Marienfest. Maria übergibt ihren erstgeborenen Sohn im Jerusalemer Tempel an Gott (vgl. Lukas-Evangelium 2,22-40)

Zur Messe am 2. Februar können die Gläubigen traditionell eigene Kerzen mitbringen und segnen lassen. Oft werden auch Kerzen für den liturgischen Bedarf während des Gottesdienstes gesegnet. Die brennenden Kerzen symbolisieren für Christen, dass Jesus Christus neues Licht in die Welt gebracht hat.

Den Namen „Mariä Lichtmess“ verdankt das Hochfest diesen Kerzensegnungen und Lichterprozessionen.

Liturgisch verdrängt das Hochfest Darstellung des Herrn auch den "Sonntag im Jahreskreis". Das bedeutet, dass wenn der 2. Februar wie im Jahr 2020 auf einen Sonntag fällt, die Texte und Gebete vom Festtag genutzt werden. Der liturgische Sonntag im Jahreskreis entfälllt.

Warum heißt Mariä Lichtmess "Darstellung des Herrn"?

Der Name „Darstellung des Herrn“ (lateinisch "In praesentatione Domini") beruht auf dem Bibeltext aus dem Lukas-Evangelium (Lk 2,22-40), der an diesem Tag in den Gottesdiensten gelesen wird. Die biblische Szene geht auf zwei alttestamentarische Gesetze zurück:

  • Nach dem jüdischen Reinheitsgebot galt die Frau 40 Tage lang nach der Geburt eines Jungen als unrein. Aus diesem Grund musste im Tempel ein einjähriges Schaf als Brandopfer und eine Taube als Sühnopfer dargebracht werden. (vgl. Lev 12,1-8)
  • Außerdem galt der erstgeborene Junge nach damaligem Verständnis als Eigentum Gottes. Er musste innerhalb einer bestimmten Frist im Tempel an Gott übergeben („dargestellt“) werden und mit einem Geldopfer der Eltern ausgelöst werden (vgl. Ex 13,2-15). 

40 Tage nach Weihnachten erinnert das Fest an diese Handlung für die Heilige Familie.

Simeon und Hanna

Laut Lukas-Evangelium begegneten Maria, Josef und das Jesus-Baby im Tempel dem greisen Simeon. Als dieser das Jesus-Kind sah und in die Arme nahm, rief er einen kurzen Lobgesang aus. Dieser "Lobgesang des Simeon" wird bis heute als "Nunc dimittis" im Stundengebet der Kirche jeden Abend im Nachtgebet (der Komplet) gebetet. Der Text lautet:

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
(Einheitsübersetzung, Lk 2,29-31, s. auch im Gotteslob Nr. 665,2)

Weiter berichtet das Lukas-Evangelium auch von der hoch betagten Prophetin Hanna, die bei der Begegnung mit dem Jesuskind Gott lobte und zu allen über das Kind sprach, "die auf die Erlösung Jerusalems warteten."

Blasius-Segen an Mariä Lichtmess schützt vor Halskrankheiten

Der Blasius-Segen geht auf den heiligen Bischof und Martyrer Blasius von Sebaste zurück. Er lebte im 3./4. Jahrhundert. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 3. Februar.

Wie am Fest „Darstellung des Herrn“ spielen Kerzen beim Blasius-Segen eine zentrale Rolle. Der Priester oder Diakon erteilt den Segen als Einzelsegen mit gekreuzten Kerzen vor dem Gesicht des Gläubigen. Er spricht dabei den Segensspruch: „Auf die Fürsprache des heiligen Bischofs Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“

Aus praktischen Gründen wird der Segen oft im Anschluss an die Messe an „Darstellung des Herrn“ oder am Sonntag danach gespendet. Eigentlich hat der Blasius-Segen aber nichts mit dem Fest "Darstellung des Herrn" zu tun.

Ursprung von Darstellung des Herrn

Lichtmessen wurden im 5. Jahrhundert in Jerusalem gefeiert

„Darstellung des Herrn“ wurde erstmals im 4. Jahrhundert in Jerusalem am 40. Tag nach der Erscheinung des Herrn begangen. Im 5. Jahrhundert kamen festliche Lichterprozessionen hinzu. In Rom ist das Hochfest am 2. Februar seit dem 7. Jahrhundert bekannt. An diesem Tag feiert es die Kirche noch heute.

Früher beendete Mariä Lichtmess die Weihnachtszeit

542 ordnete Kaiser Justinian an, dieses Fest in den Kalender des oströmischen Reiches einzufügen. Es dauerte länger als ein Jahrhundert, bis sich das Fest auch in Rom und im gallisch-fränkischen Raum einbürgerte.

Ehemals markierte der 2. Februar das Ende der Weihnachtszeit, was nicht zuletzt auch an der Lichtsymbolik lag, denn von diesem Zeitpunkt an werden die Tage wieder deutlich länger und heller. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil endet die Weihnachtszeit bereits am Sonntag nach dem 6. Januar mit dem Fest „Taufe des Herrn“.

"Und täglich grüßt das Murmeltier"

Nach Mariä Lichtmess begann offiziell die Feldarbeit und zahlreiche Bauernregeln gehen daher auf den Tag zurück. Eine Bauernregel hat sich sogar in der neuen Welt durchgesetzt. Deutsche Siedler im US-Bundesstaat Pennsylvania brachten unter anderem die Regel „Wenn um Lichtmeß der Dachs noch im Loche bleibt, kommt späterhin noch Kälte“ mit in ihre neue Heimat und führten damit den „Groundhog Day“, also den Murmeltiertag ein. An diesem Tag wird in einigen Gegenden der USA anhand eines Murmeltiers, das den Dachs hier ersetzt, prognostiziert, ob es einen frühen Frühling geben wird oder ob sich das Tier weitere sechs Wochen in seinen Bau zurückziehen muss. Spätestens der Filmklassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“ hat den Tag und seinen Brauch auf vielen Teilen der Erde bekannt gemacht. Nur wenige wissen, dass der Ursprung des Tages auf die Darstelung des Herrn zurückzuführen ist.

Bauernregeln zu Lichtmess

Neben dem Murmeltiertag gibt es viele weitere Bauernregeln zu Mariä Lichtmess. Einige davon sind:

Lichtmess verlängert den Tag um eine Stunde
für Menschen wie für Hunde

Scheint zu Lichtmess die Sonne heiß,
gibt's noch sehr viel Schnee und Eis.

Lichtmess im Klee
Ostern im Schnee

Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit;
ist es aber klar und hell,
kommt der Lenz wohl nicht so schnell.

Ausmalbild, Spiel- und Bastelideen

Auf www.familien234.de bietet die Familienpastoral des Erzbistums Köln verschiedene Spiel- und Bastelideen für Familien mit Kindern an. Unter anderem gibt es ein Ausmalbild, Bastelideen und Spielideen zum kostenlosen Download.