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Mariä Himmelfahrt: Ein Hochfest für Maria am 15. August

26. Juli 2018
Zum Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August leben vielerorts alte Bräuche wieder auf. Doch was genau bedeutet Mariä Himmelfahrt und warum werden an diesem Tag Kräuter gesegnet?

Katholiken begehen Mariä Himmelfahrt seit dem 7. Jahrhundert

Der Ursprung des Hochfestes Mariä Himmelfahrt liegt im siebten Jahrhundert. Ausgangspunkt sind die Legenden über das leere Grab Mariens. In der Bibel sind hingegen nur Andeutungen über eine leibliche Aufnahme Marias in den Himmel zu finden. Im Jahr 1950 wurde die Lehre von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel von Papst Pius XII. zum Dogma erhoben, also zum verbindlichen Glaubensinhalt.

Im Video spricht der Kölner Generalvikar Monsignore Dr. Markus Hofmann über den Ursprung und die Bedeutung des Hochfest Marä Himmelfahrt. "In Maria sehen wir, was uns allen zugedacht ist und wozu Gott uns geschaffen hat", so der Generalvikar. Im Anschluss betet er das "Gegrüßet seist du, Maria" vor und lädt alle Zuschauer ein, mitzubeten.

Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen

Himmelfahrt bedeutet, dass Maria nach Beendigung ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Sie ist das Bild des erlösten Menschen.

Das Hochfest erklärt auch, dass eskeine Reliquien von Maria gibt. Generell finden sich in der Bibel nicht viele Informationen über die Mutter Jesu, auch wenn Maria zu den bekanntesten Personen der Heiligen Schrift zählt.

Neben der Himmelfahrt Mariens kennt die katholische Kirche nur noch ein Himmelfahrts-Fest: Christi Himmelfahrt. Der Unterschied zwischen den beiden Himmelfahrten liegt im Lateinischen: Christus steigt akiv zu Gott empor ("Ascensio Domini"), während Maria passiv in den Himmel aufgenommen wird ("Assumptio Mariae").

Bräuche zu Mariä Himmelfahrt: Kräuterweihe

Die römisch-katholische Kirche pflegt eine tiefe Marienverehrung. Verknüpft wird diese mit verschiedenen volkstümlichen und religiösen Bräuchen. In ländlichen Gegenden wird Mariä Himmelfahrt beispielsweise als "Büschelfrauentag" oder "Unser Frauen Würzweih" bezeichnet. Maria gilt hier als "die Blume des Feldes und die Lilie der Täler".

Der Brauch der Blumen- und Kräutersegnung (umgagssprachlich auch Kräuterweihe genannt) geht auf eine Legende zurück. Demnach befanden sich nach der Öffnung des Grabs von Maria wohlriechende Blumen und Kräuter darin. Der Erde soll an dieser Stelle ein wundersamer Kräuterduft entströmt sein.

Die Erläuterungen des liturgischen Segensbuches (Benedictionale) erklären: „Die Heilkraft der Kräuter soll durch die Fürbitte der Kirche dem ganzen Menschen zum Heil dienen.“ Dieses Heil sei an Maria besonders deutlich geworden.

Gottesdienste mit Kräutersegnungen sind seit dem 9. Jahrhundert bekannt und lösten germanische Erntebräuche ab. Die Segnung sollte die von Maria ausgehenden heilsamen Einflüsse und Kräfte auf die Kräuter übertragen. Besonders vor Klosterkirchen der Franziskaner und Kapuziner – deren Mönchen man im Mittelalter hohe Segnungskraft zuschrieb – werden zu Mariä Himmelfahrt körbeweise Heilkräuter gesegnet.

In vielen Gemeinden werden bis heute im Gottesdienst am 15. August Kräutersträuße gesegnet. In der Regel bringen die Gottesdienstbesucher dazu selbst einen Strauß mit. In einigen Kirchen ist es üblich, die Kräutersträuße vor dem Gottesdienst im Altarraum abzulegen.

Nach der Kräutersegnung nimmt man den Kräuterstrauß mit nach Hause und hängt ihn – meist in der Nähe des Kreuzes – an der Wand auf. 

Mariä Himmelfahrt: Habe ich frei?

In vielen Teilen Bayerns und im Saarland ist das Hochfest auch gesetzlicher Feiertag, die Arbeitnehmer dort dürfen also zu Hause bleiben. Dabei gilt: Wenn die Mehrheit der Einwohner einer Stadt katholisch ist, haben dort die Geschäfte geschlossen. Im Gebiet des Erzbistums Köln (Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) hingene wird am 15. August gearbeitet.

In Süddeutschland finden am Abend des 15. August Festgottesdienste mit anschließenden Lichterprozessionen statt. Zu den bedeutendsten dieser Art zählt die Schiffsprozession in Lindau am Bodensee mit mehreren Tausend Teilnehmern. Noch mehr Gläubige kommen zu Messe und Prozession in den bayerisch-schwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild.

Für katholische Christen ist Mariä Himmelfahrt außerdem der Auftakt für die anschließenden 30 Marientage, die als besonders segensreich gelten und mit Mariä Namenstag im September ihren Abschluss finden.