Bonn - Erzbischöfliches Mädchengymnasium - Schuljubiläum mit Pontifikalamt und Festakt

8. Dezember 2017 Newsdesk/Je

Am 8. Dezember (Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria) hat die Bonner Liebfrauenschule gemeinsam mit dem Kölner Weihbischof Ansgar Puff ihr Patrozinum gefeiert. Gleichzeitig endete damit das Festjahr zum hundertjährigen Schuljubiläum. Auch der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan und die Leiterin der Hautabteilung Schule Hochschule im Erzbistum Köln, Bernadette Schwarz-Boenneke, kamen zur Jubiläumsfeier.

 

Am 11. April 1917 wurde die Liebfrauenschule in Bonn gegründet. Das 110-jährige Jubiläum wurde im Jahr 2017 mit vielen besonderen Akzenten gefeiert. Eine Vortragsreihe, eine interkulturelle Projektwoche, das historische Herbstfest und nicht zuletzt die Pilgerfahrt der gesamten Schulgemeinde nach Rom bildeten nur einige Höhepunkte der zahlreichen Festveranstaltungen.

 

Weihbischof Puff: „Ihr könnt stolz sein“


In der Kirche St. Elisabeth, wo regelmäßig die Schulgottesdienste stattfinden, feierte die Schulgemeinschaft einen stimmungsvollen Gottesdienst zum Patronatsfest. Weihbischof Ansgar Puff war dafür in Vertretung des Erzbischofs aus Köln gekommen. Mit ihm feierten der Bonner Stadtdechant Monsignore Wilfried Schumacher sowie die beiden Schulseelsorger Pfarrer Dr. Dominik Schultheis und die evangelische Pfarrerin Dr. Wibke Janssen den Gottesdienst.

 

Am Anfang des Gottesdienstes stand eine Lichtfeier, um den besonderen Tag adventlich und stimmungsvoll zu beginnen. In seiner Predigt ging der Weihbischof auf das Hochfest und den schwierig verständlichen Begriff der Erbsünde ein. Dieser entspreche einem Misstrauen, ob Gott einen jeden Menschen wirklich liebt. Dieses Misstrauen gegenüber Gott kenne jeder Mensch, vor allem dann, wenn es einem nicht gut gehe. Maria habe dieses Misstrauen nicht gehabt und nur deshalb konnte sie sich auf das Abenteuer einlassen, vom heiligen Geist schwanger zu werden.

 

Puff betonte weiter, dass die Liebfrauenschule ein besonderer Ort sei: „Ihr könnt stolz auf euch und eure Schule sein: nicht nur wegen des Unterrichtes, des Chores oder der Theater-AG, sondern weil ihr in eurer Schule etwas Besonderes ausprobieren könnt: die Freundschaft zu Jesus. Eure Schule ist ein Ort, wo ihr einen Tick anders leben könnt.“

 

Chancen katholischer Schulen im 21. Jahrhundert


Den Festvortrag beim anschließenden Festakt hielt Prof. Dr. Rainer-Maria Bucher, Pastoraltheologe an der Universität Graz. Unter dem Titel „Liquid church in a liquid modernity“ warf er einen Blick auf die sich verändernde Bedeutung der katholischen Schulen. „Woran erkennt man eine Schule, die ernst nimmt, dass ‚katholisch’ eine Hoffnung, eine Ressource und eine Gabe ist?“ Nach Bucher erkenne  man sie an drei Dingen: an der Aufmerksamkeit für die Welt, der Solidarität mit den Menschen und der Kritik der falschen Götter:

  1. Aufmerksamkeit für die Welt
    Christliche Religion sei nicht Weltflucht, sondern zutiefst Weltloyalität. Gott habe sich in Jesus auf die Welt eingelassen. Die Wirklichkeit könne im christlichen Sinn daher nur erfahren werden, wenn man sich tatsächlich auf sie einlasse. Eine katholische Schule könne so Aufmerksamkeit auf das Neue und das Kleine lenken, aber man müsse diese Aufmerksamkeit natürlich vorleben. Aufmerksamkeit sei die Fähigkeit hin zu schauen, wo andere wegschauten.
  2. Solidarität mit den Menschen
    Das zentrale Kriterium zum Erkennen Gottes sei nach der Bibel die Fähigkeit zum solidarischen Mitleiden. Es sei ein Spezifikum des Christentums, dass Gott in den Armen und Leidenden erkennbar werde. Wenn katholische Schulen ihre Schüler zur Barmherzigkeit, Nächstenliebe und den Einsatz für Gerechtigkeit ermutigen und befähigen, dann verkündigten sie den Gott Jesu.
  3. Kritik der falschen Götter
    Vom Gott Jesu in Wort und Tat zu reden, bedeute zuerst den Kampf gegen den Götzen. Götzen seien Götter, die ins Unheil führten. Sie würden das Leben schwach, armselig und klein machen. Solche Götzen funktionierten sowohl in der Kirche und im Staat, aber auch im Interesse eines schönen eigenen Lebens oder im Bereich von marktoptimierter Anpassung. Wir würden aber nicht durch unsere Leistung erlöst, sondern durch die Gnade und die Liebe anderer Menschen und Gott. Wer katholische Schulen besuche, solle das zumindest ahnen lernen.
 

Glückwünsche zum Schuljubiläum

Weihbischof Ansgar Puff

„Gerne feiere ich mit der Liebfrauenschule ihr Patrozinium und das 100. Jubiläum. Diese Schule ist mehr als nur ein Ort zum Lernen von Unterrichtsinhalten, sie ist ein Ort, um Gemeinschaft und Glauben kennenzulernen. Davon werden die Schülerinnen ihr Leben lang profitieren.“

 

Oberbürgermeister Ashok Sridharan

„Wenn eine katholische Schule in Bonn 100 Jahre alt wird, ist es mir eine Freude, dabei zu sein. Ich wünsche der Schule alles Gute und Gottes Segen und hoffe, dass sie noch viele Jahre weiter besteht.“

 

Bernadette Schwarz-Boenneke, Leiterin der Hauptabteilung Schule/Hochschule

„Die Liebfrauenschule hat in den 100 Jahren eine enorme Entwicklung vollzogen. Vor allem begeistert mich, wie alle in der Schule eine Willkommenskultur für geflüchtete Mädchen leben. Die geflüchteten Mädchen bekommen hier neue Hoffnung und die Chance auf eine neue Heimat. Ich gratuliere der Liebfrauenschule zum 100. Geburtstag und danke für das wunderbare Fest.“