Erzbistum Köln – Katholische Öffentliche Büchereien – "Verrückt – Vernetzt – Erfolgreich"

1. Oktober 2018 Newsdesk/ mch

Köln. Am Sonntag, 30. September, sind rund 270 Frauen und Männer aus den Katholischen Öffentlichen Bibliotheken (KÖB) im Maternushaus zu ihrem traditionellen Diözesantag zusammengekommen. Unter dem Motto "Verrückt - Vernetzt - Erfolgreich" ging es um die Rolle der KÖB in den immer größer werdenden Seelsorgebereichen.

Ob "KÖB in der Gemeinde", "Schnupperkurs Schauspiel" oder Tipps zur Medienauswahl: Aus 9 Workshops haben sich die Ehrenamtlichen wertvolle Impulse für ihre Arbeit vor Ort geholt.

Der Diözesantag ist ein Dankeschön für das Engagement der rund 4.400 Beschäftigen der KÖB im Erzbistum Köln.

Sonja Bluhm: "Konzept, wie geht das?"

Diplom-Bibliothekarin Sonja Bluhm sprach in ihrem Vortrag darüber, wie sich die KÖB mithilfe eines neuen Konzepts fit für die Zukunft machen. "Nur wer sein Umfeld kennt, kann sich danach ausrichten", sagte Bluhm. Die Umfeldanalyse ist ein Teil auf dem Weg zum Konzept. Die Botschaft stehe am Anfang. Auf ihr basieren Zielgruppen und Maßnahmen. Nötig für ein erfolgreiches Konzept sind

  • die Ist-Analyse als interne Rahmenbedingung,
  • die Umfeld-Analyse als externe Rahmenbedingung,
  • der Auftrag,
  • die Strategie, das heißt Zielgruppen definieren und Maßnahmen umsetzen,
  • eine Erfolgskontrolle, in der alle vorherigen Schritte untersucht und eventuell verbessert werden

"Holen Sie bei Ihrer Arbeit auch den Träger mit ins Boot", sagte Bluhm. "Der Träger unterstützt Sie, wenn sie den Bestand an Medien erneuern müssen". 

Die Mischung macht´s: Spaß und Weiterbildung in neun Workshops

Am Nachmittag ging es für die 270 Teilnehmer in die Workshops. Wie im vergangenen Jahr wurden auch am vergangenen Sonntag neun Workshops angeboten. Dabei war dem Team des Referats KÖB die Mischung wichtig: Im Workshop „KÖB in der Gemeinde – mittendrin oder hintendurch“ ging es um die KÖB als Brücke zwischen Pfarrgemeinde und den Menschen vor Ort. Austausch über die Rolle der KÖB stand hier im Mittelpunkt.

Daneben kam der Spaß aber nicht zu kurz. Im "Schnupperkurs Schauspiel" arbeitete der Schauspieler Kaspar Küpers spielerisch mit den Teilnehmern an ihrer Körpersprache. Dieser und viele weitere Workshops waren wie im letzten Jahr schon Monate im Voraus ausgebucht. „Unser neues Konzept kommt sehr gut an – das belegen die Teilnehmerzahl und das Feedback der Ehrenamtlichen“, sagte Referatsleiterin Anna Lüttich-Rathenow.

"Sie alle sind Edelamateure! Sie machen die Arbeit aus Liebe"

Mit seinem Kabarett "Die KÖB - das (unbekannte) Phänomen" brachte Franz-Josef Euteneuer die Männer und Frauen lauthals zum Lachen. "Sie schaffen mit ihrem Engagement Geschichte und Identität!", rief Euteneuer den Anwesenden zu. Die Welt lebe von den Vielen, die mehr machen als sie müssten. "Davon können Sie ohne falsche Scham sprechen, denn wie viele Menschen schonen sich zu Tode und wissen nicht, was sie verpassen!"

Nach einem noch so langen Tag machte der Kabarettist den Ehrenamtlichen Mut, denn sie "stellen den Menschen das Teuerste zur Verfügung, dass Sie haben: Ihre Zeit".

KÖB-Ehrenamt ist Seelsorge

Die KÖB-Beschäftigten seien Lustermöglicher und Lustverhinderer in Einem. "Indem Sie verhindern, dass die Tür der KÖB geschlossen ist, ermöglichen Sie Interesse und Lust der Besucher, in ihre Büchereien zu kommen!", schrie Euteneuer in die Menge. "Diese Besucher sind es Ihnen wert, da zu sein - das ist Seelsorge."

Die KÖBs sind nämlich mehr als nur Büchereien. Sie sind wichtige Begegnungsstätten aller Generationen, gesellschaftlichen Schichten und Religionen. Sie sind wichtige Kommunikations- und Kirchorte in ihren Seelsorgebereichen und bieten den Menschen die Möglichkeit, mit Kirche vor Ort in Kontakt zu kommen.

„Die KÖB sind der ‚dritte Ort‘ neben der Wohnung und dem Arbeitsplatz“, sagte Anna Lüttich-Rathenow. „Dafür engagieren sich die vielen Menschen vor Ort und dafür bin ich Ihnen von Herzen dankbar.“

Die Arbeit der KÖB in Zahlen

Katholische Büchereiarbeit in Deutschland gibt es seit 170 Jahren. Im Erzbistum Köln engagieren sich rund 4.400 Frauen und Männer ehrenamtlich in rund 390 KÖB. Und diese Arbeit trägt Früchte: Im Erzbistum nutzten 92 000 Menschen das Angebot in den KÖB und liehen sich 2,4 Millionen Medien, darunter Bücher, CDs, eBooks und vieles mehr, aus.

„Für 2018 rechnen wir mit finanziellen Mitteln in Höhe von 200.000 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen“, sagte die Referatsleiterin Anna Lüttich-Rathenow. 87 Büchereien haben sich beteiligt und können Medienboxen für Kooperationspartner, wie beispielsweise Kitas und Seniorenheime, anschaffen. „Damit können die Ehrenamtlichen in für die KÖB neuen Bestand erwerben und eine größere Auswahl anbieten“, fügt Lüttich-Rathenow hinzu.