Stolpersteine

Stolpersteine für Martha und Sigmund Moises verlegt

Zwei Stolpersteine wurden für Martha und Sigmund Moises von dem Künstler Gunter Demnig in der Aachener Str. 412 verlegt. Vorbereitet und durchgeführt wurde die Gedenkveranstaltung von dem Q1- Kurs von Frau Föcker sowie von der Musikgruppe von Frau Boosfeld, die durch ihre musikalischen Beiträge einen besonders emotionalen Akzent setzte.

Aus den USA angereist kam die Urenkelin der beiden Opfer, Frau Lydia Stux, um sich von ihren Urgroßeltern zu verabschieden. Lydia Stux war es ebenfalls ein besonderes Anliegen, von dem bewegenden Schicksal ihrer Urgroßeltern anhand von Fotos zu berichten.

„Das Ziel der Stolpersteine ist es, den Opfern ein Stückweit ihre Würde, ihre Identität zurückzugeben“, so Gunter Demnig während des Interviews, das er mit den Schülern führte. „Dabei stolpert man nicht wirklich über die Steine, sondern man stößt auf sie und hält inne.“

Indem man sich hinunterbeugt, verneigt man sich vor den Verfolgten.

Neben der Angehörigen, waren auch Vertreter der Kölner Synagogengemeinde anwesend, einige Eltern sowie Schauspielstudenten.

Es war eine bewegende Veranstaltung, durch die ein Zeichen des Erinnerns gesetzt wird, um darauf hinzuweisen, Verantwortung für eine friedliche Zukunft zu übernehmen.

Sigmund Moises wurde am 25. September 1859 in Stommeln bei Köln geboren. Am 6. September 1900 heiratete er in Mannheim die geborene Martha Oberländer (Jahrgang 1880).

Das einzige Kind des Paares ist die Tochter Gertrude, genannt Trude, die 1901 in Köln geboren wurde.

Mehrere Jahre führte Sigmund Moises das Herrenoberbekleidungsgeschäft E. Oberländer & Cie in der Glockengasse 20.

1932 ging er in den Ruhestand. Die Tochter Trude heiratete den Mediziner Dr. Max Ichenhäuser, sie bekamen zwei Kinder, Erika und Renate und konnten 1938 über England in die USA emigrieren.

Sigmund Moises verstarb am 25. März 1942 im jüdischen Krankenhaus in Ehrenfeld. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof in Bocklemünd beigesetzt. Martha Moises wurde am 19. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Mitte Mai 1944 wurde sie nach Auschwitz transportiert und vermutlich direkt nach der Ankunft ermordet. Lydia Stux ist die Tochter von Erika.

Mittlerweile hat Gunter Demnig mehr als 70 000 Steine in 24 Ländern verlegt. Das Projekt zählt zu einem der wichtigsten im Bereich der Erinnerungskultur.